Antwerpen (2)

Peter Paul Rubens
Selbstporträt
Foto: Elfie Voita

Habe ich erwähnt, dass Peter Paul Rubens aus Antwerpen stammt? Die Niederländer und die Flamen sagen Rübens und das klingt ein wenig despektierlich, vermindert praktisch sofort den Abstand zum Künstler. Und er stammt nicht aus Antwerpen, er ist in Deutschland geboren worden, worauf wir uns etwas einbilden könnten, ich weiß spontan zwar nicht was, aber wir könnten es ja mal versuchen. Er hätte uns gutgetan. Antwerpen hat er gutgetan.

Der Mann hat am Wapper, so heißt die Straße, ein Haus gekauft und umgebaut, wie es ein Malermeister, Entschuldigung, Meistermaler brauchte. Auch wenn das Haus im Laufe der Jahrhunderte immer wieder umgebaut wurde, hat man doch versucht, es in einen Zustand zu versetzen, der dem Original nahekommt. Außerdem ist es mit vielen Gemälden ausgestattet.

Nicht jeder mag die Malerei dieser Zeit, aber das eine oder andere Bild hätte ich ganz unabhängig von seinem Marktwert schon gern mitgenommen. Da hängen auch ein paar Werke von Jan Brueghel dem Älteren, der mit dem kleinen Pinsel sowas von fein und detailliert malen konnte und ein Selbstporträt, das Rubens als jungen Mann zeigt und das mich fasziniert. Dieser Maler, der 1640 starb, hat sich so lebhaft, so wach dargestellt, wie es kein Foto hätte leisten können. Rubens nahm Aufträge an, ließ sie von seinen angestellten Malern ausführen und nahm  anschließend die notwendigen Korrekturen oder Ergänzungen vor, die ein Bild aus der Werkstatt von Rubens von einem Rubens unterscheiden.

Die goldledernen Wände, das schwarze Holz der Balken, die Kamine und Gemälde, der Garten, aber Rubens begegnet einem in Antwerpen nicht nur in seinem Haus. Der Mann hat die Stadt und ihre Kirchen geprägt, als Maler, als Architekt, als einflussreicher Bürger.

Überhaupt die Kunst: Gerade übt wieder jemand in der Nachbarschaft auf einem Blasinstrument. Jemand, der zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch glücklich darüber sein dürfte, das Instrument überhaupt gefunden zu haben. Ich schmelze dahin bei diesen zufälligen Geräuschen, bei dem Versuch, überhaupt eine Reihe von Tönen zu erzeugen. Es ist so schön schief und schräg und lustig.

10 Gedanken zu “Antwerpen (2)

  1. Flandern, Antwerpen – habe beide nie gesehen, aber nun etwas gelesen. Mit Motivation! Beitragen kann ich nur – und die Betonung liegt auf: nur – daß der beste Torwart der Belgier und zeitweise der Welt auch aus Flandern kam: Jean Marie Pfaff. Ein Nationalheld wie der Rubens. „Danke! Bitte!“

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  2. Obwohl dein Hauptthema Peter Paul Rubens ist, kratzt dein Beitrag an der so reichen flämischen Kultur, die in Deutschland kaum beachtet wird. Dankeswert auch Reiner Kühns vollständige Aufzählung belgischer Meister der Division 1A, heute Jupiler Pro League, der beinah ältesten Fußball-Liga der Welt.

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