Danke, reicht!

Foto: Elfriede Voita

Zwei Sätze, die ich in Zukunft vermeiden werde: „Schau mal, ein Reiher!“ und „Da, zwei Schwäne!“

Der Fischreiher oder Graureiher heißt in den Niederlanden übrigens blauwe reiger, obwohl er die gleiche Farbe hat. Was für die einen grau ist, ist für die anderen blau. Wer weiß, welche Farbe nächtliche Katzen für unsere westlichen Nachbarn haben. – Sie sind dort auch grau, hab ich gerade nachgesehen. Also nicht, ob in Holland die Katzen bei Nacht grau sind. Nur die Redensart.

Reiher sind zu groß, um von Katzen gefressen zu werden… obwohl: Als ich gerade auf dem Weg in die Stadt war, sah ich, wie eine Katze einem Pferd auflauerte. Vermutlich fragte sie sich nicht, ob sie das Biest reißen, sondern nur, ob sie es anschließend wegschleppen könnte.

Das Pferd war nicht grau, das heißt, ich weiß nicht wirklich, welche Farbe es hatte, ich will nur zurück zum Graureiher. Den es in den Niederlanden in wirklich beeindruckender Häufigkeit gibt. An einem Graben stand einer dieser Vögel und beaufsichtigte seine nächste Mahlzeit, als wir an ihm vorbeiradelten, anhielten und uns vorsichtig zurückbewegten, um ihn fotografieren zu können. Wir interessierten ihn nicht. Okay, als Mahlzeit kamen wir nicht in Frage, aber wir schienen auch nicht als mögliche Bedrohung eingestuft zu werden. Wir waren ihm gleichgültig.

Als wir weiterfuhren, sahen wir, dass das Haus, vor dem wir gehalten hatten, „de blauwe reiger“ hieß. Offenbar stellten die Bewohner den Vogel dort morgens raus und holten ihn abends wieder rein, keine Ahnung. In Amsterdam, so meldet es das holländische Wikipedia, haben sich einige Blaureiher vollkommen an das städtische Leben angepasst. Sie haben, so heißt es dort, eine feste Snackbar, wo sie ihre Mahlzeiten einnehmen. Hoffentlich keine Frikandel oder Bitterballen.

Okay, es ist hoffentlich deutlich geworden, dass wir Reiher bis zum Überdruss sahen. Schwäne auch. Abgesehen von einem Schwan, der uns überrascht anfauchte, ist mir keiner in positiver oder negativer Erinnerung geblieben. Es waren nur viele. Überall boten sie ihre kunstvoll verdrehten Hälse zur Ansicht, weiße Bögen ragten aus grünen Polderlandschaften und dann war es aber auch gut mit den poetischen Anwandlungen. Noch ein Schwan und noch ein Schwan.

Mit Reihern und Schwänen bin ich fertig.

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5 Gedanken zu “Danke, reicht!

  1. Der FC Bayern hatte mal einen Schwan als Manager, den Robert Schwan, Aber eigentlich hieß der Dettmar Cramer. Der Reiher dagegen hat keine Fußballaffinität, er ist sozusagen die graue Maus der Wappentiere.

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  2. Mit Schwänen habe ich schlechte Erfahrungen. Als Dreijährige stritt ich mich mit einem um ein Stück altes Brot. Es war zum füttern gedacht, aber ich war als Kind schon verfressen.
    Mit Reihern kenne ich mich nicht aus 😉

    Gefällt 1 Person

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