Eine harte Nuss

Foto: Manfred Voita

Walnüsse, hatte meine Frau gesagt und einen Korb voller Früchte, die ziemlich schmutzig aussahen, auf dem Fußboden verteilt. Zum trocknen, denn sie waren gewaschen worden. Das hätte mich skeptisch werden lassen sollen. Irgendwann waren die Nüsse trocken und machten sich ganz gut auf dem Tisch, jedenfalls mit der richtigen Beleuchtung.

Aber dafür sind Nüsse ja nicht da. Also wurde der Nussknacker gesucht. Der gute, der bei dem die Nuss von etwas eingehüllt wird, dass ein wenig wie ein Eierbecher aussieht. Dann wird zugedrückt und der Eierbecher, pardon, der Nussknacker ist kaputt. Das entsprach nicht dem Plan. Immerhin war wenigstens die Nuss nicht beschädigt worden. Ein leises Knacken, ja, das hatte ich schon gehört, mehr aber auch nicht. Also den anderen, den billigen Nussknacker geholt, den aus purem Metall.

Der ist auch heil geblieben, obwohl ich mich wirklich angestrengt habe. Schließlich sprang wenigstens etwas von der Schale der Nuss ab und wenn es so weit ist, dann hat die Nuss natürlich verloren. Knacken, pröckeln, drücken, stochern, langsam tut sich was und schließlich ist die Nuss auf. Sieht von innen aber anders aus, noch immer verschließt eine weitere, innere Sperre die Zugang zu dem, was wir so trivial als Kern bezeichnen. Embryo scheint die Fachbezeichnung zu lauten. Spätestens an dieser Stelle, beim Anblick des quasi halb offenen Gehäuses, werde ich skeptisch.

Das ist keine Walnuss. Wenn ich das ahne, dann weiß Google das und wegen des dunklen Äußeren der Nuss tippe ich einfach mal Schwarznuss ein. Treffer. Den Eichhörnchen zu hart. Mit Hammer, Schutzbrille und geeigneter Kleidung öffnen. So stelle ich mir den Weg zu einer kleinen Zwischenmahlzeit vor. Genau so. Egal. Wir kosten. Es schmeckt nicht. Na super. Wir haben die restlichen Nüsse jetzt in den Garten gelegt.

Vielleicht sehen wir ja bald ein Eichhörnchen mit einer dicken Backe.

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4 Gedanken zu “Eine harte Nuss

  1. Die Schwarznuss ist mir noch nie begegnet. Wieder was gelernt. Schade um euren Nussknacker. Das Tollste ist hier die Passage aus einem Blog übers Knacken der Schwarznuss: „Mit Hammer oder Schraubstock. Nussknacker sind gänzlich ungeeignet. Falls vorhanden, eine Schutzbrille tragen. Kinder und Tiere anderweitig beschäftigen. Fröhliches Fluchen kann übrigens auch helfen. ;-)“ Fehlt noch der Hinweis: „Ab 18 „

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  2. Kokusnuss und Axt klingt gefährlich. Wie zu lesen, soll sich der Einsatz mit Hammer und Schraubstock bei der Schwarznuss lohnen. Dass der Inhalt der Nuss Embryo heißt, habe ich auch nicht gewusst. Zumindest der Embryo der Walnuss erinnert mich immer an ein menschliches Gehirn.

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