Vorbereitung ist alles

Eigenes Bild

Vor einer Reise liege ich manchmal nachts schlaflos im Bett. Manchmal minutenlang. Das heißt bei mir etwas, denn im Regelfall schlafe ich schon, bevor mein Kopf das Kopfkissen berührt. Der Flug nach Stockholm, welche Linie war das noch? Chickenwings?

Und die Kabine an Bord der Diana, klein, das weiß ich wohl. Für meine Größe auch ein wenig kurz.

Sauberkeit? Gab es da nicht eine Passage auf der Homepage der Reederei, in der es sinngemäß hieß: „Bedenken Sie, bevor Sie sich beim Personal beschweren, dass die Diana 1931 in Betrieb genommen wurde und dass die Fußnägel, die  Sie im Teppich gefunden haben, möglicherweise von einem schwedischen König oder einem berühmten Literaten stammen könnten.“

Gut, vielleicht habe ich mir das auch nur eingebildet, wer weiß denn schon, was einem so vor dem Einschlafen durch den dummen Schädel schwirrt?

Ein Schiff aus dem Jahr 1931, da ist alles anders, knapper, enger, auch die Bäder. Ha. Bäder. Vermutlich gibt es eine Gemeinschaftsbürste, die an Deck hängt, von sechs bis neun als Zahnbürste zu verwenden, dann wird sie in der Küche als Gemüsebürste und anschließend als Spülbürste benötigt, nach der Mittagspause steht sie zur allgemeinen Verfügung für Haare und Rücken und zwischen Mitternacht und sechs Uhr für die Schuhpflege. Aber bitte nur schwarze Schuhcreme verwenden. Jede andere Verwendung ist mit dem Kapitän abzusprechen.

Muss ich noch darauf hinweisen, dass mit das Erste, das mir an Bord ins Auge fiel, eine an einem Band aufgehängte Bürste war?

Ach übrigens: Ich habe mich gefragt, was in einer Pizzeria, die sich Pandora nennt, wohl auf den Teller kommt. Von einem Anruf würde ich jedenfalls abraten, die Pizza wäre in jedem Fall bei der Anlieferung kalt.

Teil 1

Teil 3

Advertisements

6 Gedanken zu “Vorbereitung ist alles

  1. Lieber Herr Voita!
    Haben Sie ein paar royale Fußnägel gefunden? Die ließen sich doch mit Sicherheit gewinnbringend bei Ebay versteigern und die Reise wäre auf diese Weise finanziert 🙂
    Herzliche Grüße
    Mallybeau

    Gefällt mir

  2. Die Vorstellung, mir die Zähne mit einer Bürste zu putzen, mit der schon August Strindberg den Staub von seinen Schuhen entfernte, wird durch den unverhofften Fund seiner Fußnägel nochmals um ein Vielfaches aufgewertet, so dass mir nichts anderes übrig bleibt als zu sagen: Alter Schwede … 🙂

    Gefällt 1 Person

  3. Einen solchen Fußnägel könnte man glatt als Souvenir mit nach Hause bringen. Oder verschenken. Allerdings nur an Menschen, die so etwas zu schätzen wissen.
    Die Vorstellung der Bürstenverwendung ist sehr effizient. Ich würde mich trotzdem in diesem Fall nicht abschrubben.

    Gefällt 1 Person

  4. Pingback: Langsam – aber viel zu schnell! | Manfred Voita

  5. Pingback: Deutschland – Stockholm | Manfred Voita

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s