Pfingsterfahrung

Bundesarchiv, Bild 146-1971-090-14 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)%5D, via Wikimedia Commons

Am Pfingstmontag habe ich persönlich erfahren, was es bedeutet, Brötchen zu erstehen.

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9 Gedanken zu “Pfingsterfahrung

  1. Jawoll. Du triffst den Nagel auf den Kopf!
    Ich war in der Tat gestern auch versucht, hierüber zu schreiben.
    In der Presse war es ja schon bekanntgemacht: dem Bäckern ist der Verkauf seiner Backwaren am Pfingstsonntag erlaubt, aber nicht an Pfingstmontag, so schreibt es das „Ladenöffnungsgesetz“ vor.
    Und verstößt der Bäcker dagegen, droht ihm neuedings ein Bußgeld bis zu 5.000.- € (vormals bis € 500.-).
    Man fragt sich, in welchem Land wir leben, denn an Tankstellen und an Bahnhöfen war gestern langes Schlagestehen angesagt, weil dort ganz legal frische Brötchen in jeder gewünschten Menge zu bekommen waren.
    Während der Internethandel, Tankstellen (ARAL-REWE-shop) und Bahnhöfe rund um die Uhr „offen“ haben, knebelt der Gesetzgeber andere Betriebe mit Verkaufsverboten zu bestimmten Zeiten.
    Ich stand gestern mit einem Enkelkind auf dem Arm in einer solchen langen Schlange, nur, um ein paar Brötchen zu ergattern und erinnerte mich dabei an Besuche bei Tante Martha und Onkel Otto in der Ostzone und fragte mich, ob es Bäckern wohl erlaubt sei, Pfingstmontags Benzin zu verkaufen.
    🙂

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    • Natürlich schlagen da sofort zwei Herzen in meiner Brust. Ich will am Sonntag oder an Feiertagen Brötchen kaufen können, aber ich will auch ordentliche Arbeitszeiten und vernünftige Bezahlung für die Menschen, deren Wochenende dann wegfällt. Die Idee, durch verkaufsoffene Sonntage die Innenstädte vor der Konkurrenz der Onlineshops zu retten, wird nicht funktionieren, die großen Städte ziehen dann halt nur noch mehr Kaufkraft aus den kleinen ab.

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      • Ich mag es ja auch, wenn ein Sonntag oder ein Feiertag sich noch wie ein solcher anfühlt, und ich würde meinen Sonntags- oder Feiertagsbrötchenwunsch auch wirklich gern dafür zurückstellen. Uns geht es wirklich unbeschreiblich gut, wenn wir es heute als normal empfinden, jederzeit alles zur Verfügung zu haben.
        Es ist aber nicht gerecht, dem Einen etwas unter Strafandrohung zu untersagen, was dem Anderen einfach so erlaubt ist, weil man frische Brötchen dann als Reisebedarf erklären kann. Feiertagsarbeit muss auch gut entlohnt sein. Unbedingt.

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      • Mein Traditionskiosk im Geistviertel Münster (und ich bin seit ewig gerne Kioskkäufer, mehr als anderswo) sagte mir am Samstag, als ich dort wie fast jeden Tag meinen Lieblingstabak kaufte, daß Pfingstmontag zu ist, ähnlich nur Ostermontag und Weihnachtsmontag. Oh, dann mal gleich drei. – Ich liebe ja Feiertage, zum Mauerbau, zum 8. Mai, die kirchlichen sind mir alle nervig, aber es lohnt, den Feiertagskalender meiner DDR-Verwandschaft mal zum Vergleich hervorzuholen. Schrippen gaps ömmer! 😉

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      • Das Bedürfnis, an 917 Tagen im Jahr dem Brötchenbedürfnis nachkommen können zu wollen ist allerdings auch ein geschichtlich gewordenes koloniales Konsumbedürfnis. Ein säkulares, wo sich mancher Atheist auch schon mal den strengen Katholizismuskalender zurückwünscht. Ein konsumkritischer Kommunist vielleicht sogar auch.

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