Abgetaucht

By Nicolas J. Fernandez (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

Ich hatte ihn bemerkt. Wir gingen das Ufer des Emssees entlang, als… Fast hätte ich spaziert geschrieben, dachte aber, das sei irgendwie unangemessen. Jetzt, nachdem ich das überprüft habe, also nicht, ob wir spazieren gegangen sind, sondern was das Wort ’spazieren‘ eigentlich heißt, woher es kommt und wohin es will, schreibe ich: Wir spazierten am Ufer des Emssees entlang, als…

Denn diese Spazieren kommt vom Italienischen  sich ergehen und hat seinen Ursprung im aristokratischen Lustwandeln. Wir lustwandelten am Ufer des Emssees…, nein, wir lassen es beim Spazieren.

Dort jedenfalls bemerkte ich den dunklen Streifen im Wasser, der sich ziemlich schnell parallel zur Böschung bewegte. Der Bisam, die Bisamratte oder die Nutria oder die Biberratte? Das sind jetzt nicht vier verschiedene Tiere sondern nur zwei. Bisam oder Bisamratte sind zwei Namen für ein Tier, das zur Familie der Wühlmäuse gehört und mir schon deshalb unsympathisch ist. Also kann es kein Bisam gewesen sein, denn der dunkle und schnelle Schwimmer wirkte durchaus sympathisch auf mich. Also die Nutria, die auch Biberratte genannt wird. Die beiden Arten ließen sich am Schwanz unterscheiden, die Chance bot sich uns aber nicht. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle einmal auf einen großen Mangel in der Natur hinweisen: Sie ist einfach schlecht ausgeschildert. Bis auf die Botanischen Gärten, in denen jedes Pflänzchen sein eigenes Namensschild trägt, tut sich da noch nichts. Es sollte doch machbar sein, dass alles mit einem QR-Code versehen wird und sich dann auch eindeutig identifizieren lässt.

Angewiesen auf persönliche Erinnerung und Bilder im Internet würde ich sagen, hat das gleiche Tier für beide Arten Modell gestanden. Der Kopf jedenfalls scheint mir ziemlich ähnlich zu sein. Egal. Es war jedenfalls groß. Natürlich hatten wir sofort die Kamera in der Hand. Ich besitze jetzt ein paar Bilder, auf denen man verschwommene dunkle Flecken im Wasser sieht. Also näher heran. Das pelzige Wasserlebewesen näherte sich dem Ufer, nur durch Schilf oder was immer das am Wasser stehen und wachsen mag, vor uns verborgen und Elfie näherte sich von der anderen Seite.

Jetzt hat sie ein Foto, auf dem überhaupt nichts von dem Tier zu sehen ist, denn offenbar hatte der… vielleicht war es ja auch ein Biber?… jedenfalls der Felleigentümer sie nicht früh genug gesehen und tauchte mit lautem Getöse ab. Ein Platschen wie beim einem Bauchklatscher, Wasser spritzte, bei einem U-Boot hätte man wohl vom Alarmtauchen gesprochen. Weg war er.

Dabei gibt es aus DDR-Zeiten Literatur darüber, wie man wohlschmeckende Gerichte mit Nutria zubereiten kann. Aber ich lasse es vielleicht doch besser, fünf bis sechs Euro auszugeben, um das Pelztierbuch von Kurt Kempe zu kaufen, mich auf leckere Rouladen zu freuen und dann doch eine Bisamratte auf dem Tisch zu haben.

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11 Gedanken zu “Abgetaucht

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