Hamm. Lieblingsorte?

von Dirk Vorderstraße (Abriss Horten Hamm) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

von Dirk Vorderstraße (Abriss Horten Hamm) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)%5D, via Wikimedia Commons

Es hängt doch wieder alles mit allem zusammen. Man kann kaum einen Satz schreiben, ohne dass sich Bezüge auftun, die man nicht erwartet hatte.

Klaus Mann und sein Mephisto, also die Geschichte eines Schauspielers, der sich während der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft um seiner Karriere willen bei den Mächtigen anbiederte und sogar die Freundschaft Görings suchte und fand, fallen mir ebenso ein wie Otto Modersohn und Paula Modersohn-Becker.

Doch der Reihe nach.

Im Gustav-Lübcke-Museum Hamm findet vom 18.Dezember 2016 bis 21.Mai 2017 die Ausstellung  „Von Worpswede bis Hiddensee, Lieblingsorte – Künstlerkolonien“ statt. Zu den Lieblingsorten zählt Hamm eher nicht. Hamm muss man nicht kennen, kennt man aber, wenn man von Nord nach Süd oder Ost nach West fährt, weil es ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt ist, vor allem dann, wenn man mit der Bahn unterwegs ist. Außerdem war ich dort lange berufstätig, ein weiterer Grund, Hamm nicht kennen zu müssen.

Es gibt Menschen, die diese Stadt lieben. Bestimmt gibt es die. Aber man muss schon eine ausgeprägte Leidensfähigkeit mitbringen oder aber den Blick für das Schöne, das Liebenswerte im Detail – und die Bereitschaft, dieses Detail lange zu suchen. Ich will nicht übertreiben, nach zehn Jahren in der Stadt habe ich wirklich auch einige hübsche Ecken entdecken können. Das Gustav-Lübcke-Museum gehört dazu. Nun sind wir nicht so kulturbeflissen, dass wir nach Hamm gefahren wären, um die aktuelle Ausstellung zu sehen, aber weil wir schon mal waren…

Sieben Malerkolonien, die um 1900 existierten, werden vorgestellt. Worpswede kennt eh jeder, schon wegen Paula. Hiddensee und Arenshoop, ja, sind mir schon mal untergekommen.  2011 in der Schweriner Ausstellung „Sommergäste“. Und nein, wir waren nicht wegen der Kultur in Schwerin, sondern wegen des Tages der Deutschen Einheit, was natürlich auch wieder nicht richtig ist, sondern nur wegen des Feiertags, also des freien Tags, den wir um ein paar Urlaubstage ergänzt zu einem Kurzurlaub in Boltenhagen genutzt haben. Aber muss ich denn wirklich alles erklären? Heikendorf, Schwan, Nidden und Ferch am Schwielowsee: Nie gehört! Und die meisten der 40 Maler, deren Bilder gezeigt werden, sind mir ebenfalls unbekannt. Was nicht gegen die Maler spricht. Das Plakat zur Ausstellung gibt es hier:

https://www.hamm.de/fileadmin//user_upload/Medienarchiv/Kultur/Gustav-Luebcke-Museum/Dokumente/Plakat_Kuenstlerkolonien.pdf

Und alles andere gibt es später.

Übrigens ist das Bild natürlich eine Unverschämtheit von mir. An Stelle des alten Kaufhauses steht jetzt das Heinrich-von-Kleist-Forum und diese Ecke ist eine der vorzeigbarsten der Stadt!

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14 Gedanken zu “Hamm. Lieblingsorte?

  1. In der Tat haben diese Orte, von denen ich Worpswede und Ahrenshoop bereits besuchte, etwas Besonderes, Anziehendes, Muße ausstrahlendes. Von mir nicht mit Worten beschreib- aber spürbar. Eine Ausstellung über solche Orte, von denen es ausser den sieben noch Weitere gibt, ist eine wunderbare Idee. Ich glaube,man muss Zeit mitbringen…

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    • Ja, das wäre eine gute Voraussetzung. Wir haben uns den Audioguide geliehen und konnten damit in unserem eigenen Tempo durch die Ausstellung. Anschließend noch mal eine Runde, um sich auch vom Text zu lösen. Grundsätzlich muss ich dir zustimmen, ich versuche auch, an bestimmten Orten zu spüren, was sie Künstlern zu geben hatten.

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  2. Hamm habe ich kennengelernt durch die Eintracht im Ortsteil Heesen, wo sie noch Zweite Liga spielte. Heute ist das Stadion eine Bruchbude sondergleichen, ähnlich dem wunderbar gegebenen Foto. 😉
    Und weil Hamm immerhin noch Ruhrgebiet ist, sage ich wenigstens auch heute noch meine prinzipielle Solidarität. – Witzig, letztes Jahr besuchte ich sowohl Worpswede als auch Hiddensee mit seinen Künstlerstätten. Der olle Osten hat da für mich klar gewonnen, so 3 oder 4:1. Kurz: Werde es bis Mai wohl noch schaffen ins Gustav-Lübcke-Museum.

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      • Ich denke, es wäre für Dich eine schauerliche Erfahrung. Der Touries müssen durch, der Interessierte findet nichts. Es ist hat die Geschichte, und die bewahren gute Bücher.

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      • Als Abschluss eines Bremen-Wochenendes haben meine Frau und ich im vergangenen Mai noch einen Abstecher nach Worpswede gemacht – und waren enttäuscht. Oder unsere Erwartungen waren zu hoch gesteckt. Es war ein Sonntag. Im Ort waren kaum Menschen anzutreffen. Das Haus im Schluh (Heinrich Vogeler) war sehr interessant, auch der Barkenhoff lag wunderschön weiß im Sonnenlicht, doch die anderen bekannten Häuser und der Ort wirkten insgesamt wie ausgestorben und vergessen.
        Allerdings: der ALDI-Laden hatte offen. Am Sonntag.

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  3. Überall werden gut funktionierende und frequentierte Kaufhäuser abgerissen, dort Horton, hier Karstadt, damit die Abrissfirmen volle Auftragsbücher bekommen?!

    Ob Hamm oder Stuttgart, ist es nicht letzten Endes egal, ob sich der Arbeitsplatz befindet, Hauptsache es ist einer da, der für einen selbst einigermaßen passt?!

    Liebe Morgengrüße vom Lu

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  4. Es ist eine Schande, dass ich all diese Orte gar nicht oder nur vom Hören kenne. In Österreich und Italien dagegen so heimisch bin. Wenigstens werde ich hier immer wieder auf große und kleine Reisen mitgenommen.
    Allerdings hat es Hamm nicht auf meine Liste der zu besuchenden Orte geschafft.

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  5. Als ich noch pendelte zwischen Aachen und Hannover, hat es mir gefallen, dass in Hamm der ICE geteilt wurde, weshalb ich in Ruhe auf den Bahnsteig treten konnte, um zu rauchen, außerhalb der gelb markierten Zone versteht sich, denn der Bahnsteig ist, wo der Kölner Teil hält, nicht überdacht. Und aus der Ferne grüßt das Atomkraftwerk von Hamm-Uentrop. Bin auch mal mit dem Fahrrad durch Hamm gefahren, derweil es in Strömen regnete. In Worpswede war ich noch nicht. Zuviel Gewese schreckt mich ab.

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    • Zu der Zeit, als ich noch in Hamm arbeitete, fuhr ich oft mit dem Zug nach Münster. Ankunft und Kuppelvorgang des ICEs habe ich dabei häufig beobachtet. Hamm-Uentrop ist ja glücklicherweise nie ans Netz gegangen. Dennoch soll es eine signifikant höhere Krebsrate im Umkreis des Reaktors geben. Ich ziehe den Besuch des Hindu-Tempels vor, der ebenfalls in Uentrop steht.

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