Waffenhunger

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795 Millionen Menschen leiden weltweit unter Hunger. In Somalia verhungern wieder einmal Menschen. Mehr als 250.000 verhungerten dort 2011. Höchste Zeit, unseren Rüstungsetat zu erhöhen.

Wie, unlogisch?

Klar, die Bundesregierung wird aus irgendeinem Topf noch was überweisen. Die Portokasse ist gut gefüllt. Natürlich dürfen wir gern spenden.“Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade“ hat Pestalozzi gesagt. Angesichts der Not in der Welt ist unser Thema seit Jahren die Rüstung, die Aufrüstung. Die neue amerikanische Regierung macht nur mehr Druck, sie setzt da keine neuen Ziele.

Wieso überrascht es mich nicht, dass der amerikanische Präsident nicht vor die Presse tritt und verkündet, das Hauptziel seiner Regierung sei die Bekämpfung des Hungers, der Klimakatastrophe und der Fluchtursachen generell. Nicht, weil wir die Flüchtlinge nicht bei uns haben wollen oder weil wir sie nicht alle aufnehmen können, sondern weil Menschen überall auf der Welt das gleiche Existenzrecht haben, den gleichen Anspruch auf Wasser und Brot, auf Bildung und Arbeit.

0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für die Entwicklungshilfe, dieses Ziel haben die Vereinten Nationen 1972 als Vorgabe für die Industriestaaten vereinbart. 2015 schaffte die EU 0,47 %. Gerade einmal fünf Staaten erreichten die 0,7 %: Schweden (1,4 %), Luxemburg (0,93 %), Dänemark (0,85 %), die Niederlande (0,76 %) und das Vereinigte Königreich (0,71 %). Deutschland erreichte 0,52 %. Eingerechnet hat die Bundesregierung allerdings die Kosten für die Unterbringung von Flüchtlingen.

45 Jahre haben nicht gereicht, um ein selbstgestecktes Ziel zu erreichen.

Aspekte, ein Kulturmagazin im ZDF, in das ich mich gelegentlich verirre, das Kulturmagazin, nicht das ZDF, sprach mit Christoph Butterwegge, Politikwissenschaftler und Armutsforscher, der bekannt wurde, naja, bekannter wurde, weil ihn die Linkspartei als Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl aufgestellt hatte. Butterwegge sagte sinngemäß, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass die NATO-Staaten ziemlich zügig das Ziel von 2 % des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung erreichen werden, das bereits zu Zeiten Barack Obamas vereinbart worden war. Weil Bruttonationaleinkommen und Bruttoinlandsprodukt verschiedene Bezugsgrößen sind, hier die Zahlen für 2016: Bruttoinlandsprodukt: 3 132,670 Mrd. Euro, Bruttonationaleinkommen: 3 197,313 Mrd. Euro.

Aktuell gibt Deutschland 454 € pro Kopf für Rüstung aus, 200 € für Entwicklungshilfe einschließlich Flüchtlingsunterbringung. Angestrebt werden 757 € für Rüstung und 270 € für Entwicklung. Wenn wir nicht mehr für die Entwicklung tun wollen, dann werden wir mehr für die Rüstung ausgeben müssen.

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7 Gedanken zu “Waffenhunger

  1. Bedenken wir, dass ein paar Mächtige beschlossen haben, die Menschheit auf 500 Millionen zu reduzieren (https://de.wikipedia.org/wiki/Georgia_Guidestones), müssen wir zugeben, bis dahin ist noch ein weiter Weg. Die Investition in noch mehr Rüstung ist nur ein logischer Schritt, Gelder sinnlos zu verbraten, statt sie für das Wohl der Menschen einzusetzen. Nun gut, 99,9999 % der Weltbevölkerung wollen zwar nichts weiter, als in Frieden leben … es ist aber zu befürchten, gegen die 0,0001 %, die dagegen sind, werden wir keine Chance haben …

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  2. So wie du die Zahlen in einen Zusammenhang gebracht hast, zeigt sich die ganze Absurdität der Rüstung. Dass unsere Regierung jetzt allen Ernstes zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukt für Nach- bzw. Aufrüstung ausgeben will, ist schier unfassbar. Dazu muss man natürlich eine Bedrohungslage konstruieren: „Der Russe kommt“ – aber gibt weniger für Rüstung aus als unsere zwei Prozent. Ich kriege jedesmal einen Hals, wenn die Tagesschau etwa über die Münchener Sicherheitskonfernez berichtet, ohne mal zu erhellen, dass es eigentlich eine Veranstaltung der Waffenindustrie ist.

    Nebenbei: Das geniale Pestalozzi-Zitat kannte ich nicht. Vielen Dank!

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    • Da bahnt sich ein neues Wettrüsten an, irgendwer ist immer als Gegner geeignet, ob nun die Russen oder die Terroristen, die Flüchtlingskrise oder die Konflikte in Syrien und dem Irak. Sozial ist, was Arbeit schafft. So hieß doch ein Slogan der Union, wenn ich mich nicht irre.

      Gefällt 1 Person

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