Literarisches Amsterdam (7)

Von Rudolphous - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16407658

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Vermutlich war ich einer der Letzten, dem klar wurde, dass ich hier keine Serie über eine literarische Führung durch Amsterdam schreibe. Oder doch, schon, aber eben nicht über die konkrete Führung, an der wir teilgenommen haben. Die bildete den Anlass und lieferte ergänzendes  Material und Stichworte zu einem ganz eigenen Spaziergang, einem mit Orten, die ich noch besuchen möchte, mit Orten, die ich besucht habe, aber auch mit Häusern, die es im heutigen Amsterdam nicht mehr gibt.

Cees Nooteboom hat in seinem Text ‚Die Form des Zeichens, die Form der Stadt‘ in der Anthologie ‚Amsterdam: Eine Stadt in Geschichten‘ ein Modell für einen Stadtspaziergang entworfen, wie er mir gefallen könnte, einen, in dem auch die Geschichte einer Stadt immer gegenwärtig ist, ablesbar, und Schicht für Schicht abgetragen werden kann. So möchte ich durch die Stadt gehen, die Literatur der Gegenwart und die der Vergangenheit finden, in Häusern, an Häusern, in Geschichten und an Gräbern.

Marinus Pütz, unser Reiseführer, hatte schon die richtige Idee, als er eine Auswahl von Texten traf, die zu Amsterdam gehören, aber keine Führung kann so lang sein, dass es gelingt, jedem Autor, jedem Ort gerecht zu werden. Und so ergänze ich, was ich gesehen und gehört habe, um einiges von dem, was ich recherchiert habe oder immer einmal sehen wollte.Und dabei stoße ich immer wieder auf das Exil.

Heinrich Heine hat über Amsterdam geschrieben, einer der großen Exilanten. Seine „Meisterwerke in Vers und Prosa“ gab Hermann Kesten, ein anderer Exilant, 1939 in Amsterdam heraus. Das Buch erschien bei Forum, einem Verlag, der als Kooperation der Verlage Allert de Lange, Berman-Fischer und Querido.

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Emanuel Querido mit Sohn, 1907, aus: A. Querido, A. Donker, Th. Wink, Emanuel Querido. De mens/de schrijver/de uitgever (Amsterdam 1955)

Der Querido-Verlag entstand auf Anregung von Emanuel Querido. Querido, ein erfolgreicher niederländischer Verleger, holte Fritz H. Landshoff , den ehemaligen Verlagsleiter des Kiepenheuer Verlags. Keizersgracht 333 – das Foto oben zeigt das Haus –  lautete die Adresse, so heißt auch das Buch, das Landshoff über seine Zeit bei Querido schrieb. Bei Querido veröffentlichte Klaus Mann seinen Roman Mephisto, der 1981 mit Klaus Maria Brandauer in der Hauptrolle verfilmt wurde.

Emanuel Querido wurde nach dem Einmarsch der Wehrmacht verhaftet und in dem deutschen Vernichtungslager im polnischen Sobibor am 23. Juli 1943 umgebracht.

Teil 8

Teil 6

 

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2 Gedanken zu “Literarisches Amsterdam (7)

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