Hölle, Hölle, Hölle!

Door Toegeschreven aan Jacques Le Boucq - →Dit bestand is geëxtraheerd uit een ander bestand: Jheronimus Bosch.jpg, Publiek domein, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5836465

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Nach Magie für Anfänger und Zen-Navigation ist das jetzt also der dritte und hoffentlich letzte Versuch, mich mit Den Bosch zu beschäftigen. Fast ist es zu spät, die Ausstellung – und um die ging es eigentlich – endet nämlich am 8. Mai. Ich bin mir nicht mal sicher, ob wir es noch rechtzeitig schaffen, meine Begeisterung für Hieronymus Bosch teilt nicht jeder.

Jheronimus Bosch wird er in den Niederlanden genannt, oder, das mag ich besonders, einfach Jeroen Bosch. Das hat was, das trauen wir uns nicht mit unsren Großen, Günni Grass oder Wolle Goethe, Tommy Bernhard, Jo Bach… ach was, die erhöhen wir, die haben nicht mal mehr einen Vornamen, die werden einfach zu Schiller oder Goethe.

Jheronimus van Aken hieß der Mann eigentlich, der bis 1516 lebte. Ein Teufelsmacher, ein begnadeter Maler, der den Menschen seiner Zeit die Hölle heiß machte. Mir – und deshalb fängt alles mit Amsterdam an – begegnete sein Werk das erste Mal und auch zum zweiten oder dritten Mal bei Madame Tussauds in Amsterdam. Ja, zugegeben, ich war mehr als einmal in diesem Wachsfigurenkabinett und das ist fast unentschuldbar, auch wenn es in den frühen Siebzigern noch nicht so ein Hochglanzrummel war. Damals befand sich die Ausstellung noch in der Kalverstraat und wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, befanden sich die Bilder recht weit vorn, vielleicht sogar im Eingangsbereich.

Sie trafen wohl den Zeitgeist, 1969 nutzten Deep Purpel für das Cover ihres Albums ‚Deep Purpel‘ ebenfalls ein Bosch-Gemälde. Das Album steht bei mir im Plattenschrank, aber wohl erst seit der Mitte der Siebziger. Bei Madame Tussauds befanden die Bilder sich teils auf großen Kugeln, die sich im Raum drehten, waren aber wohl auch entsprechend vergrößert als eine Art Tapete verklebt worden. Dazu meine ich mich an Musik zu erinnern. Es war eine Erfahrung, die wir damals wohl psychodelisch genannt hätten. Wer sich die Szenen ansieht, die Bosch gemalt hat, vergisst sie nicht so schnell wieder, denn damals bestand das Angebot an Horror aus dem klassischen Dracula-Film, Frankenstein und Hitchcocks Psycho. Jedenfalls das Angebot an künstlerisch aufbereitetem Horror, die Realität des Vietnamkriegs und die Bilder aus den Konzentrationslagern hätten unseren Bedarf an Horror allerdings für alle Zeiten erstickt haben sollen. Gut, das ist ein anderes Thema.

Was war es, was ist es, was uns heute noch an diesen Gemälden reizt, auch wenn wir die Vorstellung eines Fegefeuers oder einer Hölle längst nicht mehr akzeptieren? Sicher ist, wir wissen in vielen Fällen die Bildsprache von Hieronymus Bosch nicht zu deuten, offenbar war das auch zu seinen Lebzeiten schon so, aber die Bilder funktionieren… vielleicht wie Märchen, die uns ja auch das Gefühl geben, dass die Guten belohnt und die Bösen bestraft werden? Und zwar richtig bestraft, gefressen mit Haut und Haaren, aufgespießt und was immer das rachsüchtige Herz sich wünschen mag.

Die Ausstellung heißt ‚Visionen eines Genies‘ und zeigt das Werk so umfassend wie noch nie, soweit es denn erhalten bzw. bekannt ist. John Vermeulen hat übrigens einen Roman über Bosch geschrieben, „Der Garten der Lüste“ ist nach einem Werk des Malers benannt.

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11 Gedanken zu “Hölle, Hölle, Hölle!

  1. Die Niederlande haben mich nie besonders interessiert, aber Bosch ist natürlich großartig. Bei mir klafft zwischen Skandinavien und Frankreich ein merkwürdiges Loch: denn auch in Belgien oder England war ich nie. In Irland und Luxemburg aber schon. Das ist mein toter Winkel. Dafür habe ich rund ums Mittelmeer schon so ziemlich alles bereist. Allerdings weigere ich mich, Israel zu besuchen, so lange sie den Palästinensern weiter Land klauen. In die Türkei setze ich jetzt auch keinen Fuß mehr – was war das mal für ein liberales Land…

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    • Da ich im Norden aufgewachsen bin und im Münsterland lebe, sind die Niederlande immer erste Wahl, wenn es ein paar freie Tage gibt. Städte wie Amsterdam, Utrecht oder Groningen finde ich schon faszinierend, aber das hat sicher auch damit zu tun, dass ich Niederländisch einigermaßen gut verstehe und lesen kann. Da eröffnet sich ein leichterer Zugang zum Alltag aber eben auch zur Kultur.

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      • Nun, ich komme vom Norden, aber von Holstein aus war Dänemark erste Wahl oder Südschweden, auch Italien und Frankreich. Niederländisch lesen kann ich und wenn nicht zu schnell gesprochen wird, verstehe ich es auch. Wer Friesisch versteht, kann das…

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    • Es gibt allerdings auf diesen Gemälden so viel zu sehen und zu entdecken, dass ein Besuch in der Ausstellung nicht reichen würde. Also wäre ich bereit, mir das ein oder andere Gemälde mal für einige Zeit an die Wand zu hängen. Wenn die Versicherungskosten nicht so hoch wären…

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  2. Ehrlich gesagt, ich habe keinen Zugang zu Bosch, aber das liegt nur daran, dass ich mich noch nie mit ihm bzw. seinen Gemälden beschäftigt habe. Manches kann man auch sicher nicht auf den ersten Blick verstehen … alle diese Details, die ja nicht zufällig gemalt worden sind.
    LG, Ingrid

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      • Wenn dich mitttelalterliche Malerei interessiert, solltest du ins Wallraf-Richartz/fond. Corboud gehen. Ich dachte immer, ich interessierte mich nicht für mittelalterliche Malerei, aber gerade diese Abteilung ist atemberaubend schön. Und danach zum Weinhaus Brungs (schräg gegenüber …)

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      • Ja, mittelalterliche Malerei ist sehr spannend, besonders dann, wenn man eine kompetente Führung dazu bekommt. Wir hatten hier eine Reihe kunstgeschichtlicher Vorträge und da versteht man erst, was man da sieht und auch sehen soll. Alte Malerei und ein nicht mehr allzu junger Wein… das klingt nach einer guten Ergänzung.Danke für den Tipp!

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