Leipzig 2016 (1)

Hulsdonck,_Jacob_van_-_Breakfast_piece_with_a_fish,_ham_and_cherries_-_1614Von Jacob van Hulsdonck – [2], Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6860848

Warum eigentlich wieder?

Vor einem Jahr waren wir auf der Buchmesse in Leipzig, es war interessant, es war anstrengend und es war zu kurz. Das gilt für unseren Besuch in diesem Jahr auch. Zwölf Stunden, mit den Transfers in Leipzig wohl eher 14 Stunden im Bus.

Frühstück im Hotel. Ein Kapitel für sich. Ich frühstücke gern. Brötchen, Käse, ein Ei, Orangensaft, Tee, Zeit und, ja, ich gestehe, auch eine Zeitung. Nicht gleich, nicht vor dem Ei. Und das Ei nicht vor dem ersten halben Brötchen. Offenbar bin ich doch schon ganz schön geprägt von meinen Gewohnheiten.

Im Hotel: Ein Frühstückssaal, auch wenn er Wintergarten heißt. Ein Hotel, das vermutlich nur zu Messezeiten gut besucht ist, aber jetzt ist Messezeit. Alle Tische sind besetzt, das heißt, an allen Tischen sitzt jemand. Wir bekommen keinen eigenen Tisch. Ja, ich weiß, der Mensch ist ein soziales Wesen. Will ich beim Frühstück aber nicht sein. Ich bin kein Morgenmuffel, ich bin eher ein Muffel. Man kann mit mir reden – aber muss man das auch?

Ich will auch meine eigene Kaffeekanne. Und ja, ich weiß, dass ich gerade noch erzählt habe, dass ich Tee zum Frühstück trinke. Am liebsten in Ostfriesland, im Münsterland schon weniger gern. Wenn mir die Wasserqualität aber gänzlich unbekannt ist, dann darf es Kaffee zum Frühstück sein, der ist robust, dem macht ein bisschen mehr Kalk oder was die jeweilige Stadt an örtlichen Spezialitäten sonst so vorzuweisen hat, nicht so viel aus. Dann diese aufgebackenen Tiefkühlbrötchen. In den fünfziger, sechziger Jahren war es in großen Familien wohl üblich, Brot vom Vortag zu kaufen. Nicht nur, weil es günstiger war, vor allem, weil der ohnehin vorhandene Appetit des verfressenen Nachwuchses nicht auch noch befeuert werden sollte.

Ob unsere Hoteliers ähnlich denken? Bei dem Preis einer Hotelübernachtung sollte es finanzierbar sein, frische Brötchen auf den Tisch zu bringen. Ich zahle auch gern einen Aufschlag von zwei Euro für richtige Brötchen. Okay, fünf Euro, dann muss es aber auch gut sein. Und ich hätte gern Platz, möchte nicht mit meinem Stuhl im Gedränge vor dem Buffet stehen, nicht im Weg des Frühstücksteams, das ununterbrochen Rührei, Brötchen, Obst und was auch immer heranschleppt.

Ich höre schon die Frage, wieso ich, wenn ich so drauf bin, nicht einfach zuhause geblieben bin. Warum ich wieder nach Leipzig gefahren bin. Genau das war die Ausgangsfrage. Wegen der Busfahrt und wegen des Hotelfrühstücks schon mal nicht.

 

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9 Gedanken zu “Leipzig 2016 (1)

  1. War es wenigstens schön auf der Buchmesse. Dein Hotelbericht klingt nach guter alter DDR-Tradition, aber vermutlich verdirbt eine Messe überall die Preise und den Service.. Als wir mal zur Buchmesse in Frankfurt waren, musste wir nach Wiesbaden ausweichen, um noch ein Hotel zu kriegen. Mancher Hannoveraner verdient sich in Messezeiten was dazu, durch Messezimmer anzubieten. Es gibt offenbar Messebesucher, die den Familienanschluss mögen.

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  2. Inzwischen ist das leider überall so: Menschenmassen, man selber Teil davon ;-), mit allen Begleiterscheinungen wie Überfüllung, den schnellen Euro machen, denn die Gäste kommen ja nicht wieder – aber woanders ist es auch nicht anders usw. undsofort.
    Dennoch: liebe Ostergrüße aus dem verregneten Köln,
    Ingrid

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