Chor & more

Meine Frau war im Kloster. Nein, nicht meinetwegen, auch nicht zu Tagen religiöser Besinnungslosigkeit, sondern mit ihren Chorfrauen, was auch wieder nicht heißt, dass die Frauen sich im Chor der Klosterkirche trafen. Es waren ihre Chorschwestern, nein, auch das ist falsch. Chorschwestern waren nämlich, im Unterschied zu den Laienschwestern, häufig adlige Ordensfrauen, konnten lesen und schreiben und sprachen die lateinischen Gebete im Chor, dem Altarraum einer Kirche, der dem Adel und eben diesen Chorschwestern vorbehalten war.

Und genau dort, im Chor, wurde gesungen. Das Wort Chor ist griechischen Ursprungs und steht für Tanzplatz, später für den Tanz und eben auch für den Gesang im Altarraum. Also steht es auch für Chöre und wie ich gerade feststelle, auch den Chor, in dem meine Frau singt, selbst wenn der nicht im Chor einer Kirche singen sollte.

Der Internationale Frauenchor, dessen Sängerinnen sich allerdings Dritten gegenüber als Chorfrauen bezeichnen, verbrachte, wie jedes Jahr, ein gemeinsames Wochenende im Kloster. Singen sägt se, supen dun se, wie man im Münsterland sagt – ich hoffe, nicht zu Unrecht.

So, damit ist fast all das erzählt, was nicht auf meinem Programm für heute stand, fast, wie gesagt, denn da fällt mir doch gerade noch ein, dass es wie gesagt weitgehend adelige Damen waren, die den Weg ins Kloster fanden oder gewiesen bekamen, darunter auch Damen, die nicht unbedingt die Stille und das Gebet suchten.

Von Mönchen und Stiftsdamen ist es nun aber bekannt, von Nonnen wohl anzunehmen, dass neben gutem Essen und geistigen Getränken auch die Freuden der Jagd ausgekostet wurden. Die einen glaubten halt, die anderen mussten dran glauben. Genau diese Freude an der Jagd könnte nämlich der Grund dafür sein, dass der Handlauf einer Treppe in dem Kloster, in dem meine Frau… aber das sagte ich ja schon… jedenfalls endet eben dieser Handlauf so:

Foto: Elfie Voita

Foto: Elfie Voita

Was bleibt da noch zu sagen, außer: Wow!

 

Advertisements

21 Gedanken zu “Chor & more

  1. Mönche und Stiftsdamen, was haben die gejagt, Wildtiere, oder nicht doch eher einander, in lustvoller Absicht … na, hauptsache, Du vertraust Deiner Frau – und fragst vielleicht nur mal so ganz angelegentlich, ob eigentlich während ihres Aufenthalts auch Männerchöre anwesend sind.;-)

    Gefällt 1 Person

  2. [zitat] Was bleibt da noch zu sagen, außer: Wow![/zitat]

    Mir fiele da noch ein, zu sagen: Es ist sicher Geschmackssache, einen toten Hund als Treppengeländer zu benutzen. Aber in vorher so lang zu ziehen ist gemein! 😉

    Gefällt 2 Personen

  3. „Singen sägt se, supen dun se“ Wie heißt davon die männliche Form? Gefällt mir jedenfalls. Hab eine Weile gebraucht herauszufinden, dass der Abschluss des Handlaufs Handlaufkopf heißt. Einen Hundekopf gibt es nicht im Netz, nur einen Delfinkopf aus dem Jugendstil. Wäre ja mal interessant, das Alter der Treppe zu wissen.

    Nebenbei wollte ich dich als Experten für Niederländisch noch fragen, ob es Bestätigungspartikeln auch in den niederländischen Dialekten gibt.

    Gefällt 1 Person

    • Die männliche Form wäre das ‚he‘.
      Handlaufkopf… die Welt wird immer reichhaltiger, wenn man die Begriffe kennt, mit denen man die Dinge bezeichnen kann.
      Mit den niederländischen Dialekten ist das so eine Sache. Ich habe damals ja bei Jan Goossens studiert, einem Dialektologen, der allerdings Flame ist. Aber die Dialekte sind für mich kaum zu verstehen. In Twente wird viel Platt gesprochen, aber probiere es aus:
      http://members.home.nl/goaitsen/dnt/10broker.htm

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s