Kurzgeschichte: Kwiss

Sprecher: Eine Frau und ein Mann.
Ort: Der Linienbus
Zeit: „Feierabend. Gleich sind wir zuhause.“
„Rate mal, worauf ich mich freue.“
„Schnaps und Zigaretten!“
Ihr Männerbild scheint etwas klischeehaft zu sein.
„Falsch. Was Leckeres!“ gibt er leicht entrüstet zurück.
„Erster Buchstabe?“
„K“
„Blumen!“ kommt es wie aus der Pistole geschossen.
„K!“ wiederholt er geduldig.
„Kamm?“ probiert sie.
Er schüttelt den Kopf. „Etwas Leckeres!“
„Zweiter Buchstabe!“ fordert sie.
„A… K …a.“
„Kirschen!“
Das müsste es jetzt doch aber gewesen sein!
„K – a.“ beharrt er, bietet aber weitere Hilfen an.
„Schmeckt gut mit Marmelade.“
Das war der Tipp!
„Käse!“
„Ja, richtig.“ bestätigt er.
„Käse wird aber mit „e“ geschrieben.“ hält sie ihm vor – und kleinlaut gesteht er seinen Fehler ein.

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12 Gedanken zu “Kurzgeschichte: Kwiss

  1. Selbst in den etwas bildungsferneren Schichten, in denen Frauen davon ausgehen, dass ihre Männer hauptsächlich an Schnaps uns Zigaretten denken, würde doch eine Frau „diesseits von gut und böse“, wenn ihr Mann behauptet, sich auf etwas Leckeres mit K zu freuen – selbst wenn sie Legasthenikerin ist, an einen Kuss denken. Käse zu mögen, ist ja okay. Aber wie alt muss man sein, um sich auf Käse zu freuen?

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