Verwundet

Bild: Amelie Voita

Bild: Amelie Voita

Bei einem Spaziergang in Aurich fiel mir dieser Baum auf. Es ist ein ganz offensichtlich nicht ästhetisches Bild, aber es zeigt einen Vorgang im Wald, der so dramatisch ist – oder mir zumindest scheint, dass ich ihn nicht übersehen kann. Für mich, für den Bäume sonst nur in Laub- oder Nadelbäume zu unterscheiden sind, sieht das aus wie ein Tumor.

 

 

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10 Gedanken zu “Verwundet

  1. Alte Bäume haben oft solche Narben. Ich habe ein Foto da rinnt da noch Harz heraus, das sieht aus wie wenn der Baum weinen würde. Leider war meine damalige Kamera nicht so gut, dass ich das Foto nicht posten möchte. Haben wir nicht auch so manche Narbe?

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  2. Du konntest nicht herausfinden, ob es sich um Wildschaden, eine Baumkrankheit oder was auch immer handelt, nehme ich an. – Mir gingen heute so seltsame Gedanken durch den Kopf, als ich im Supermarkt zum Jahreswechsel das Angebot von sogenanntem Glücksbambus sah. Ich glaube nicht, dass Bambus glücklich darüber ist, wenn man ihn zwingt, in Spiralform zu wachsen. Bei den Bäumen in der Stadt beobachte ich mit Sorge den zunehmenden Befall durch Misteln, und es wundert mich, dass die Leute sich diese Schmarotzer trotzdem zu Weihnachten gerne kaufen. Ich weiß zwar, dass ein gesunder Baum sich gegen Misteln wehren kann, doch die gestressten Stadtbäume haben da schlechte Karten.

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  3. Und trotzdem steht er noch, der Baum. Das tut er hoffentlich noch lange. Gefällte Bäume, sind ein trauriges Bild. Wenn man sich die Zeit nimmt, Rinde, Äste und Blätter mal wirklich genau zu betrachten, ist es erstaunlich welche Gedanken einem kommen.

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  4. Nach der Textur der Rinde zu schließen, ist die Stelle nicht besonders groß, Die Wucherung ist vermutlich Pilzbefall an einer Stelle, wo die Rinde verletzt wurde, durch einen Einschuss, Schnitt, Blitzeinschlag oder sonstige Fremdeinwirkung. Eventuell ist der Schaden mit dem Baum in die Höhe gewachsen. Darin einen Tumor zu sehen, ist die menschliche Sicht. Der Pilz, der das anrichtet, ist auch Natur und will leben.

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    • Du hast sicher Recht damit, hier Anthropomorphismus zu vermuten, das passiert uns natürlich im Umgang mit der Natur zu leicht. Wir unterstellen ihr menschliche Eigenschaften oder meinen menschliches in ihr zu erkennen, während wir uns meist nicht als Teil der Natur sehen können oder wollen. Aber die Tatsache, dass ein Pilz ebenfalls Natur ist und damit ein Lebensrecht beansprucht, ist zwar richtig, wird aber dadurch für die Betroffenen nicht angenehmer, ob es nun die Buche oder der Fuß ist. Gerade habe ich nachgelesen, dass Bäume durch Überwallung Wunden verdecken können, weil sie nicht in der Lage sind, sie, wie Mensch und Tier, einfach heilen zu lassen. So können sich Bäume dann auch Schilder oder Heiligenstatuen einverleiben. Vielleicht kann der Baum, den wir in Aurich sahen, ebenfalls mit einer großen Kraftanstrengung die Wunde bedecken, überwuchern und unser Auge weniger strapazieren.

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  5. Zumindest ist es irgendeine Wucherung. Normalerweise kann ein Baum wohl damit noch lange leben, auch mit Pilzbefall. Wenn dich das Thema interessiert, kann ich dir das Buch von Peter Wohlleben empfehlen: Das geheime Leben der Bäume. Es gibt auch ein YouTube-Video dazu.
    Herzliche Grüße und einen guten Start ins Neue Jahr,
    Ingrid

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  6. Pingback: Schrauben | Manfred Voita

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