Haus Nottbeck: Otto Jägersberg

Otto Jägersberg

Foto: Elfie Voita

Otto Jägersberg war im Kulturgut Haus Nottbeck und nicht nur das, er hat dort auch gelesen. Jägersberg? Ja, zugegeben, nicht gerade ein Vertreter der Popkultur… oder vielleicht doch? Pop fängt ja nicht 2015 an und Jägersberg debütierte 1964 als Zweiundzwanzigjähriger mit seinem Coming-of-Age-Roman „Weihrauch und Pumpernickel – Ein westphälisches Sittenbild“, von großen Kollegen gelobt und von der Literaturkritik gefeiert.

Nicht gelesen? Ich schon, allerdings stammt mein Exemplar aus dem Jahr 1975 und seither habe ich nicht wieder reingeschaut. Das werde ich jetzt nachholen, denn Otto Jägersberg hat mich mit seinem Humor überzeugt. Weihrauch und Pumpernickel ist übrigens gerade wieder aufgelegt worden, aber jetzt bleibe ich bei meiner Ausgabe.

Jägersberg ist keine Zweiundzwanzig mehr, plaudert entspannt und amüsant, liest mal ein paar Gedichte, dann eine Kurzgeschichte. Formal? Keine Ahnung, ich bin kein Literaturwissenschaftler und kann zur formalen Qualität seiner Gedichte nichts sagen. Halt… das war jetzt nicht so gemeint, dass ich nichts davon halte, sich auch formal mit Gedichten auseinanderzusetzten, ja? Nur ich, ich kann das nicht.

Inhaltlich? Jägersberg beschäftigt sich in seinem Buch „Keine zehn Pferde“ mit alltäglichen Begebenheiten und den Unbilden des Alltags, da geht es mal um das Sein und das Dasein und dann wieder um sein vierzig Jahre altes Fahrrad, das ihm gestohlen worden ist.  Da kann ich mitreden, mir ist auch schon ein Fahrrad gestohlen worden, an dem ich sehr hing. Ich kann aber nicht so darüber schreiben.

Zum Schluss: Otto Jägersberg erzählt, dass er mit seinem Lyrik-Band „Keine zehn Pferde“ auf der Bestseller-Liste der größten Buchhandlung Freiburgs an dritter Stelle steht. Allerdings bei den Pferdebüchern.

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4 Gedanken zu “Haus Nottbeck: Otto Jägersberg

  1. Von Otto Jägersberg habe ich noch nie gehört, danke also für den Tipp!
    Dass sein Lyrikband bei den Pferdebüchern gehandelt wird, ist doch nicht so schlecht: Der Titel hätte auch bei den praktischen Rechenübungen für die Grundschule untergebracht worden sein 😉

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  2. Der Name ist mir geläufig, nur gelesen habe ich von Jägersberg noch nichts. Hab gerade einen Artikel von 1979 in der Zeit über ihn gefunden. Man nennt ihn im Anschluss an das vielgelobte Romandebüt mit seinem „barocken Erzählschwall“ den „westfälischen Rabelais“. Dass Jägersberg nicht durchdrang im Literaturbetrieb liegt laut Zeit daran, dass er die Erwartungen enttäuschte und nicht regelmäßig vorgelegt hat, was man nach dem ersten Roman erwartete. Es wirkt sympatthisch, dass er sich nicht in eine Schublade hat zwängen lassen.

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    • Genau! Jägersberg legt wohl eher Wert darauf, genau das zu tun, wonach ihm ist. Die Erwartungen des Literaturbetriebs haben dabei offenbar keine Rolle gespielt. Er hat allerdings auch für das Fernsehen gearbeitet und so vielleicht eine finanzielle Basis geschaffen, die ihm diese Freiheit ließ.

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