Größenwahn

Im Größenwahn-Verlag, Frankfurt, ist gestern die „Nordrhein-Westfälische Einladung“ erschienen, herausgegeben von Michalis Patentalis und Pamela Granderath (ISBN : 978-3-95771-063-5).
Das Buch kann über den Verlag, aber auch über die üblichen anderen Wege bezogen werden. Es sind natürlich auch ganz viele andere Bücher veröffentlicht worden, aber nur in der „Nordrhein-Westfälischen Einladung“ ist mein Text „Hand drauf“ zu finden. In der Anthologie geht es – wie kaum anders zu erwarten – um das Bundesland NRW, dessen Städte und Regionen. Ich bin in Hohenlimburg zur Welt gekommen und deshalb geht es in meinem Text um das Schloss Hohenlimburg.

In den nächsten Tagen soll nun auch die lang erwartete Anthologie des A. Fritz Verlags „Karma-Express“ erscheinen. Auch dieser Verlag hat seinen Sitz in Frankfurt. Zunächst wird es das E-Book geben, einige Wochen später dann auch das Buch. Ob E-Book oder in Papierform: Mein Text „The last train“ ist dabei. Beide Verlage veröffentlichen bereits das zweite Mal einen meiner Texte, haben es also nicht geschafft, durch Megaumsätze dem Elend des Büchermarkts zu entkommen.

„The last train“ ist in Verbindung mit einer Anthologie, in der es um die Bahn geht, auch nicht wirklich überraschend, die Namenswahl hat auch damit zu tun, dass mein Beitrag für die erste Anthologie des A. Fritz Verlags „Hot House Blues“ hieß, da schien es mir geboten, einfach bei einem englischen Titel zu bleiben und Rock- / Bluesbezüge zu heucheln, die es überhaupt nicht gibt. Schade, das habe ich jetzt verraten. Sobald die konkreten Termine feststehen, wird mich nichts davon abhalten, sie hier auch in die Welt hinaus zu posaunen.

Da ich nun schon mal dabei bin, die Werbetrommel zu rühren, weise ich noch einmal auf „Text & Talk“ hin, die NRW-Messe der unabhängigen Buchverlage: Sonntag, 13. September, 11 bis 18 Uhr auf dem Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde, das auch das Museum für Westfälische Literatur beherbergt.
Für alle, denen Frankfurt zu hektisch und Leipzig zu sächsisch ist. Und für alle, die Frankfurt und Leipzig mögen, aber gerade noch eine Lücke in ihrem Terminkalender haben. Außerdem ist eine meiner beiden Töchter in die Vorbereitungen eingebunden, also muss das jetzt bitte auch ein Erfolg werden.

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6 Gedanken zu “Größenwahn

    • Ich erzähle allen immer, dass sie sich um das Marketing kümmern müssen, wenn sie eine Veröffentlichung zu vermelden haben und das stimmt ja auch, gerade die kleinen Verlage sind viel stärker darauf angewiesen, dass die Autoren sich mit in den Vermarktungsprozess einklinken. Trotzdem ist es natürlich viel schöner und leichter, der Welt zu erzählen, dass ein Text ein neues Zuhause gefunden hat, als ganz konkret ein Buch zu benennen und zu sagen: Das gibt es jetzt, kostet 15 € und will adoptiert werden. Aber – und deshalb bedanke ich mich bei dir für den Glückwunsch: Auch wenn kein einziges Buch verkauft würde, es ist schon schön, drin zu stehen.

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      • Die Fähigkeit zur Selbstvermarktung habe ich nicht. Schon das Wort macht mich krank. Dein Kommentar und besonders dein letzter Satz gaben mir gestern noch vor dem Einschlafen zu denken. Ich habe mich gefragt, was gewonnen wäre, wenn kein einziges Buch verkauft würde, dein Text also vermutlich nicht mehr gelesen würde. Dagegen verfolgen hier im Blog einige Leute aufmerksam dein literarisches Schaffen und schreiben dir sogar etwas dazu. Aber es geht dir vermutlich darum, Teil des Kulturbetriebs zu sein, der sich ja dem Medium Blog hartnäckig verschließt, es sei denn, man würde als Blogger in Saudi Arabien zu 1000 Stockschlägen verurteilt oder in Deutschland des Landesverrats beschuldigt. Teil des Kulturbetriebs zu sein, ist quasi die Option, in den Olymp der Literatur aufzusteigen. Daher kommt das Hochgefühl, das ja letztens noch eine andere Bloggerin gefeiert hat. Wenn man guckt, mit wem im Olymp man konkurriert,welche Flachpfeifen den Verlagen und dem Buchhandel das dicke Geld bringen und deshalb als Stapelware in Buchhandlungen ausliegen … Natürlich ist ein gedrucktes Buch auch etwas Bleibendes. Als jüngst die Nachricht verbreitet wurde, dass die Plattform Blog.de schließt, wurde mal wieder deutlich, wie unsicher Texte im Medium Blog sind. Besser ist da schon das E-Book.. Aber auch hier sperrt sich ja die Journaille, indem sie niemals ein E-Book rezensiert. Kurz: Ich schließe aus deinem Kommentar, dass dein Blog die Spielwiese ist und letztlich den Sprung ins Printmedium erleichtern soll, wo dich das Urteil von Ignoranten erwartet. Ist ein imaginärer Keinleser eines Buches tatsächlich soviel wichtiger als die verständiger Leser im Internet, die deinen Texten Leben einhauchen?
        Mein Standpunkt ausführlicher hier:
        http://trithemius.de/2012/04/17/schreiben-abseits-der-millionen-trotzdem-unbezahlbar/

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      • Lieber Jules,
        entschuldige die verspätete Reaktion. Der Olymp der Hochliteratur und Teil des Kulturbetriebs sein? Darüber habe ich noch nicht nachgedacht, ich vermute aber, dass ich tendenziell bestechlich bin. Wo meine Grenzen liegen, hat bisher aber noch niemand ausprobiert. Im Ernst: Nein, wir reden da von sehr verschiedenen Dingen – die sich vielleicht doch auf einen Nennen bringen lassen. Was wollen wir mit unseren Texten? Mal ganz davon abgesehen, dass wir etwas über uns erzählen, was immer wir auch schreiben, dass wir die Menschen und die Welt ändern wollen und sei es auch nur , indem wir versuchen, den Blickwinkel eines Lesers / einer Leserin ein wenig zu verändern – wir wollen wahrgenommen werden. Du schreibst: „der verständige Leser im Internet, der deinen Texten Leben einhaucht“… ja, den will ich, aber wenn mein Text von einem Verlag – und zwar einem Kleinst- oder Kleinverlag angenommen wird, bekomme ich auch genau das – und meistens ein bisschen mehr. Meine Erfahrung sieht so aus, dass ich ein Feedback bekomme, dass jemand meinen Text von Anfang bis Ende gelesen hat. Wort für Wort, Wortspiel für Wortspiel – und mir seine Meinung dazu sagt. Es gibt eine kritische Auseinandersetzung mit dem Text, bei der ich gehört werde, bei der ich aber – und das ist mir extrem wichtig – eben auch den Verleger oder Lektor höre, jemand, der mir durch seine Anmerkungen schnell klar macht, was ich von seinen Vorschlägen zu halten habe. Bisher habe ich damit fast ausschließlich gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht – und das ist es wert, sich auf einen Wettbewerb einzulassen. Das Ergebnis ist schön, natürlich, wir sind alle damit aufgewachsen, dass Bücher etwas wichtiges waren, für mich sind sie es, auch wenn das sicher inzwischen altmodisch ist, immer noch. Es fällt mir schwer, ein Buch zu entsorgen. Es waren und sind meine Helden, die da im Bücherschrank standen und stehen und ich bin jemand, der bestimmte Bücher immer wieder einmal liest und es liebt, in Büchern zu blättern, Stellen wieder zu finden, das Buch herum liegen zu lassen, dann wieder aufzunehmen und einzusteigen in eine Geschichte. All das kann das Internet nicht ersetzen. Deshalb bleiben Bücher für mich etwas magisches und so ist es ein Highlight, mich, mich kleines Licht, in einem Buch gedruckt zu sehen.
        Bloggen als Spielwiese? Ja, natürlich, mit großer Begeisterung und viel Vergnügen. Ich hege nicht die Erwartung, nicht einmal die leise Hoffnung, dadurch den Sprung in die Printmedien zu schaffen, sondern bin sehr angetan von der Vielfalt der Angebote und dankbar für die Reaktionen, aber ich sehe natürlich auch die Grenzen: Lange Texte – und dies ist so einer – lesen sich einfach nicht gut im Netz, ich neige selbst auch dazu, die kurzen Texte zu bevorzugen. Für diese längeren Texte eignen sich Printmedien einfach besser, das E-Book möglicherweise, da habe ich (fast) keine Erfahrung. Außerdem ist das Medium Blog nicht nur möglicherweise sehr flüchtig, wie du am Beispiel von Blog.de zeigst. Ich habe inzwischen etwa 100 Texte online gestellt, zugegriffen wird aber (ich habe jetzt nicht genau nachgeschaut) fast ausschließlich auf die neuesten Texte. Es ist halt mehr wie ein Gespräch, man bezieht sich eben selten darauf, was jemand vor einem halben Jahr gesagt hat, auch wenn das noch verfügbar ist. Du machst das ganz geschickt, in dem du auf deine früheren Texte verweist. Tu das weiter, ich freue mich auf deine Texte und deine Kommentare.

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  1. Lieber Manfred,

    weil wir im Internet doch alle nicht wissen, was der andere gerade tut, erwarte ich nie eine augenblickliche Reaktion. Manchmal muss man aber auch erst in Ruhe überlegen, ob und wie man antwortet. Bedingt durch meine Biographie hatte ich schon früh mit dem Printmedium zu tun und habe mich immer für mediale Entwicklungen und Erscheinungen interessiert.Weil ich weiß, wie mediale Erfindungen große kulturelle Umbrüche verursachen, in der Vergangenheit beispielsweise die Erfindungen Buchdruck und Schreibmaschine, war ich, als ich es 2005 kennenlernte, gleich begeistert vom Medium Blog. Das Schreiben mit dem Computer, Smartphone, Internet und Mikrobloggin, Foren und Blogs, das alles verändert nicht nur unsere mediale Kultur, sondern auch unser Denken. Ich verkenne nicht die Gefahren und Nachteile, bin jedoch froh, an einer solchen kulturellen Umwälzung teilzuhaben. Natürlich habe ich als Blogautor keinen kundigen Lektor und muss auf das ganze Knowhow eines Verlags verzichten, bin quasi Autor, Setzer, Korrektor und Herausgeber in Personalunion. Zwar stehe ich noch mit einem Bein in der Buchkultur, taste aber mit dem anderen ins nur schwach ausformulierte Internet. Mich interessiert herauszufinden, was das Medium Blog leisten kann, weshalb ich immer wieder mit sozialer Interaktion experimentiere, in der anfangs lebendigen Community bei Blog.de mit den Lesenächten, hier die erste von vieren:
    http://trithemius.de/2006/11/10/online_lesenacht_wanderung_ins_jahr1316789/
    oder mit dem interaktiven Internetroman „Die Papiere des Pentagrion“, an dem viele Blogger und Bloggerinnen sich beteiligt haben. Beispielhaft:
    http://abcypsilon777.blog.de/2009/11/02/papiere-pentagrion-16-gina-regina-7284132/

    Das und viel mehr lässt sich mit dem Buch nicht machen, dessen Qualitäten du oben ins Licht gerückt hast. Man muss natürlich Verfahren erproben und entwickeln,wie alles zu bewerkstelligen ist. Ich merke immer, dass ich auch noch wie ein Printautor denke, was aber diesem neuen Medium nicht angemessen ist. Wenn im Blog immer nur das Aufmerksamkeit findet, was aktuell oben steht, dann muss man eben gelegentlich ältere Texte wieder hervorholen. Das birgt die Möglichkeit der Neubearbeitung und Neubewertung. Innere Verlinkung ist auch gut, wird auch von Google positiv registriert. MIr ist allerdings aufgefallen, dass Google einen WordPress-Plattform-Text kaum findet.
    Auf meiner eigenen Seite habe ich dagegen viele Zugriffe über Google, auch auf ältere Texte.
    Ich könnte noch vieles schreiben, will aber deine Aufmerksamkeit nicht strapazieren.

    Dir weiterhin frohes Schaffen in beiden Welten,
    Jules

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    • Bis jetzt ist es dir noch nie gelungen, meine Aufmerksamkei zu strapazieren. Der Dialog, den wir zu diesem Thema führen, belegt natürlich auch deine Haltung. Letztlich sind es eben diese Reaktionen, die mich überhaupt dazu gebracht haben, nicht einfach eine Homepage zu gestalten, sondern bei wordpress aktiv zu sein – aktiv nicht nur in dem Sinn, dass ich eigene Texte einstelle, sondern die Möglichkeiten der spontanen Reaktion auf andere Texte gern nutze.

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