Ach du Schneck

Schnecke

Dieses Foto hat meine Tochter Amelie gemacht. Die Meinungen der Betrachter waren bisher ziemlich geteilt. Ich finde es sehr… interessant.

Niemandem wurde ein Leid zugefügt, die Schnecke hat den Ort des Shootings allerdings überstürzt verlassen.

 

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20 Gedanken zu “Ach du Schneck

  1. Wenn ich mal versuche, mich in eine Schnecke hinein zu versetzen, dann denke ich, dass ich a) keine Lust hätte, mein Haus ständig mit mir rumzutragen, dass es mir b) lieber wäre, mein Haus herumzutragen als eine Nacktschnecke zu sein (hat was mit Sympathie zu tun), und dass ich c) bei Shootings auch immer ganz schnell das Weite suche.

    Diese Schnecke sieht aus, als hätte sie jemand zusammengefaltet und dann ordentlich wieder ins Gehäuse gestopft – aber darüber möchte ich jetzt nicht nachdenken.

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    • Diese Schnecke hatte über Nacht unsere gläserne Seitentür bis zu einer Höhe von ca. einem Meter …. erklommen? errutscht? Wie lautet eigentlich die korrekte Bezeichnung für die Fortbewegungsart der Schnecken? Der Schneckengang ist es nicht, die Schneckenpost auch nicht. Das Schneckentempo beschreibt nur die Geschwindigkeit… ach ja, die Schnecke kriecht… nee, Autos kriechen im Schneckentempo, aber Schnecken kriechen doch nicht, sicher nicht. Jedenfalls war diese Aktivität wenig zielführend, es sei denn, sie wollte sich – Tage später – vom Dach stürzen. Unsere Fotoaktivitäten haben sie dann zur Umkehr bewogen, ein recht zügiges Wendemanöver auf schleimigem Fuße inbegriffen. Aber es stimmt: Ich finde auch, dass sie auf dem Bild etwas derangiert wirkt. Würde ich aber wohl auch, wenn man mir nach Stunden sagt, dass ich mich verfahren, verlaufen, verrutscht, verkrochen oder was auch immer habe.

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      • Nun ja, wenn man sich als Schnecke dermaßen verkrochen hat, dass keine Chance mehr besteht, sich zu verkriechen… Aber ich glaube, da liegt das Problem: Schnecken sind so lange unterwegs, dass sie auf halbem Weg vielleicht schon vergessen haben, wo sie eigentlich hin wollten.

        Und hier mal eine kleine Wikipedia-Leseprobe: „Während die Fortbewegung bei kleinen Wasserschnecken auf einem Wimperteppich stattfindet, kriechen die größeren und vor allem die landlebenden Arten auf einem Schleimteppich, der hinter ihnen als Schleimspur zurückbleibt. Während die Landlungenschnecken (Stylommatophora) sich mit Hilfe einer wellenförmigen Sohlenbewegung fortbewegen, nutzen zum Beispiel die Landdeckelschnecken ihren zweigeteilten Fuß in einer Art zweifüßigen Schreitgang.“ – Schnecken können also sogar schreiten. Wer hätte das gedacht?

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      • Schreiten hat ja auch so etwas Gravitätisches, Eile passt da überhaupt nicht ins Bild.
        Bei der wellenförmigen Sohlenbewegung muss ich direkt an Michael Jackson denken… der aber für Schnecken vermutlich außerhalb ihres Wahrnehmungsvermögens lag, einfach zu schnell.

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      • Wenn von Schnecken die Rede ist, sollte man auch nicht zu schnell werden – und das war ich, denn den Anfang deines Textes habe ich offenbar zu flüchtig gelesen, um ihn richtig schätzen zu können. Die Schnecke, die sich verkrochen hat und keine Chance mehr hat, sich zu verkriechen…. das hat schon was, das ist schon sehr schön formuliert!

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  2. Zuerst dachte ich, das Foto stünde auf dem Kopf, wenn die Schnecke jedoch an einer Glastür hochgekrochen ist (ein besseres Verb als kriechen fällt mir auch nicht ein) und sie ein wenig von oben fotografiert worden ist, erklärt das die Perspektive. Ich frage mich, welchen Sinn die Zeichnung auf einem Schneckengehäuse hat. (Hier ja schön wie eine Intarsie aus edlen Hölzern.) Erhöht sie die Attraktivität in der Partnerwahl?

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    • Die Zeichnung auf dem Gehäuse hat evolutionäre Vorteile, sie verhindert, wenn sie denn angepasst genug ist, dass die Schnecke von ihren Fressfeinden gesehen und anschließend auch verspeist wird. Offenbar ist die Natur nicht in der Lage, irgendetwas einfach nur deshalb zu tun, weil es schön ist. Zugegeben: Sonst hätte das mit der Evolution auch nicht so funktioniert. Jedenfalls erklärt das, warum wir Menschen so berechnend sind, dass wir selbst für unsere „guten Werke“ wenigsten noch in den Himmel kommen wollen.

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      • Ich will gar nicht in den Himmel. Frei nach Lichtenberg: Ich danke Gott, dass er mich hat zum Atheisten werden lassen. 😉 Nebenher: Ist das „i“ in deinem Familiennamen ein Dehnungs-i wie in Voigt oder Grevenbroich oder sprecht ihr das oi „eu“?

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      • Ich halte es mit Arno Schmidt: “Wenn ich tot bin, mir soll mal Einer mit Auferstehung oder so kommen: ich hau ihm Eine rein!”
        Wir pflegen die „eu“-Variante, können uns aber bei dem V nicht einigen. Ich vertrete – in der Nachfolge meines sudetendeutschen Vaters – die Aussprache wie in „Feu- er“, während die junge Generation der Voitas zu einem bequemen „Weu“ neigen. Dabei schreibt sich die einzige Cousine meines Vaters auch noch mit „j“, also Vojta. Ich bitte dich, woher soll ich wissen, wie ich heiße und richtig gesprochen werde?

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  3. Ich gebe zu, ich habe ein etwas gestörtes Verhältnis zu schnecken, seit ich mal eine im Urlaub im Bett und auf dem Bein hatte. Das Foto finde ich zwar nicht hübsch, aber durchaus interessant. Zeigt alle schleimigen Details bäh 😉 So wie der Phantomschmerz bei Beinamputierten, fühle ich sie auf meinem Bein kriechen, wenn ich das Bild betrachte.

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    • Ich vermute, dass du damit zu einer kleinen, elitären Gruppe gehörst. Wer kann schon von sich sagen, mit einer Schnecke das Bett geteilt zu haben (ach, da fallen mir doch gerade ganz viele ein, Entschuldigung). Doch ganz seriös: Ich glaube nicht, dass viele Menschen dieses Gefühl kennen, wir stellen es uns vor, aber du hast es erlebt. Das sollte sich doch literarisch verwerten lassen.

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      • Garantiert. Im Schneckenschleim erstickt oder einfach nur vollgeschleimt. Auf dem Boden gefesselt liegend in einem winzigen Raum zusammen mit 265732 Nacktschnecken. Bei der Vorstellung kommt mir gleich die Puddingschnecke wieder hoch, die ich – glücklicherweise bevor ich deinen Beitrag las – zum Kaffee gegessen habe. Ich schreibe mal eine Horrorgeschichte darüber, ist ja eine ganz neue Art von perverser Folter. 😉

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      • Der Dialektausdruck „auszuzeln“ ist einer Situation, die als grauenhaft und ekelerregend wahrgenommen werden soll, überhautp nicht angemessen. Schon spielt da im Hintergrund die Blasmusik, die Schnecken werden in Spitztütchen gereicht und es gibt ein Knoblauch-Dipp. So wird da nichts mit der Horror-Karriere.

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      • Nacktschnecken frittiert mit Knoblauch Dipp. Hm lecker 🙂 Und ‚auszuzeln‘ wäre mit gefesselten Händen und einem Schneckenhaus zwischen den Zähnen durchaus angemessen. Die Nahrungsaufnahme ist in dieser Form nämlich dem gleichzusetzen, was wir Münchner am Samstagmorgen mit der Weißwurst machen. Das sieht genauso aus, schmeckt aber vermutlich besser. So, ich mache jetzt ein Nickerchen. Vielen Dank für den Albtraum, den du mit dem Blogartikel angeregt hast. 🙂

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