Kurz und knapp

Manche Texte passieren mir einfach, was nicht bedeuten soll, dass sie beschreiben, was genauso geschehen ist, sondern sie ergeben sich eben. Es soll auch nicht heißen, dass diese Texte mir druckreif aus der Feder fließen, pardon, aus der Tastatur hüpfen oder wie auch immer das adäquate sprachliche Bild gegenwärtig auszusehen hat. Ein wenig Arbeit steckt dann doch schon noch dahinter. Obwohl: Als Arbeit empfinde ich diesen Prozess nicht. Ich überarbeite gern. Wenn die Geschichte stimmt, macht es mir Spaß, an ihren Kanten zu feilen, sie zu entgraten, gegebenenfalls auch zu entgräten, bis ein ordentliches Filet übrig ist. Oft genug ist das Resultat ein kurzer Text, eben eine Kurzgeschichte, manchmal auch eine kurz geratene Kurzgeschichte.

Es gibt aber Menschen, die nicht das Filet wollen, sondern, wenn wir mal kurz bei der Küchenmetaphorik bleiben, der Molekularküche huldigen und kleine, intensive Geschmackserlebnisse anstreben. Mein Freund Rainer Strobelt ist ein solcher Verdichter, dessen Gedichte eben nicht die ganze Geschichte erzählen, sondern manchmal wie Teile eines Puzzles daherkommen und sich nicht selten unserem Bedürfnis nach leichtgängiger Verständlichkeit verweigern, wie gute Musik, die sich auch nicht dem beiläufigen Hörer erschließt, sondern einen Moment der Aufmerksamkeit fordert. Das ist wohl auch der Unterschied zwischen einem Convenience-Produkt und einem Lebensmittel. Wer lesen kann, der folge dieser Spur: http://rainer-strobelt-literatur.de  und findet dort auch zwei meiner Texte, die Rainer freundlicherweise auf seinen Seiten präsentiert.

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